One Question (www.onequestion.de) ist ein Projekt, das sich mit kurzen Meinungsfragen aus dem Design & Kulturbereich beschäftigt.
Medienpartner: Design made in Germany
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Das Zitat aus „Amour fou“ von Marek van der Jagt (alias Arnon Grünberg): “Die Abwesenheit einer tieferen Bedeutung ist genauso schwer zu begreifen wie die Unendlichkeit.” beziehe ich eigentlich nicht auf Kunst sondern auf das Leben im Allgemeinen, auf den Alltag oder die Dinge, die man nicht beeinflussen/nicht verstehen kann, und bei denen man sich manchmal mehr “Hintergrund” oder “Sinn” wünschen würde. Was tiefere Bedeutung ist oder wer/was sie hat, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Ich bin nicht der Meinung, dass Kunst auf brennende oder “tief schürfende” Themen eingehen muss, um tiefere Bedeutung zu haben.
Das läuft bei mir wohl ying-yang-mäßig oder so ab: Ich brauche immer eine Gegenbelastung zu dem, womit ich mich verspannt habe. Habe ich zum Beispiel viel mit dem Kopf gearbeitet, brauche ich viel körperliche Anstrengung und muss mich richtig auspowern. War ich viel unter Leuten, muss ich Zeit für mich finden und umgekehrt. Dann bin ich ausgeglichen und somit entspannt. Zur Zeit entspanne ich am besten in meinem Garten beim Einflechten von Efeu in meinen Maschendrahtzaun. Das ist herrlich. Hatte wohl zuvor eine etwas zu unspießige Zeit. So einfach kann das Leben sein.
www.2gh.de
Frage: le
Ein Designer ist man, wenn es zu einem Wesenszug geworden ist, alle Medien nach ihrer Gestaltung zu beurteilen. Das mag auf Außenstehende oberflächlich wirken, andere Designer können dies jedoch voll und ganz verstehen, was zu wahren Präsentationsorgien von designtechnisch interessanten Fundstücken ausarten kann. Denn auch in seiner Freizeit kann der Designer nicht abschalten, sonder glotzt, geil auf grafische Leckerbissen, in seiner Umgebung herum. Findet er etwas, macht er sich sofort auf die Suche nach jemandem, dem er seinen Fund zeigen kann. Allerhand Wunderkäufe sind ein weiteres Symptom. Andere Leute wundern sich, warum man haarige Gurken aus Taiwan im Glas einkauft, aber der Designer weiß die fremdartig coole Typo auf dem Etikett zu schätzen und kauft sie nur deswegen. So manchen macht das Designersein zum Sammler. Man beginnt Sachen zu horten, die einem gefallen und schleppt alles mit, was nicht festgemacht ist (ich distanziere mich aufs Schärfste vom Klauen, es geht hier um schöne Drucksachen, die an manchen Orten ausliegen). Aus seiner Sammlung zieht man dann Inspiration. Außerdem muss man nie Angst haben es gäbe nichts zu tun, denn wenn die Kunden fehlen kann man seine Sammlung aufräumen.
http://frollein-heidkamp.tumblr.com/
Frage: Clara
Ja. Ansonsten müsste man sich um das gute alte Buch ja keine Sorgen machen. Es ist schon komisch. Da kommt ein neues Medium daher, mit wirklich überzeugenden Eigenschaften – und wir thematisieren lieber die Zukunft seiner klobigen, alten Alternative. Weiterlesen »
Die Kunst, nehmen wir z. B. die Musik, unterscheidet uns von den Tieren; kein Tier macht Musik! (-der Vogel markiert sein Revier, warnt oder balzt, aber er musiziert nicht) / wer glaubt, er wäre der Hauptdarsteller im besten Stück vergißt, wie Bernhard einmal sagte, dass wir ja niemals uns selbst beobachten können, Weiterlesen »
Schwierige Kunden sind schwierig. Zum Glück gibt es davon meiner Erfahrung nach eigentlich nur wenige.
Am einfachen Ende der schwierigen Kunden würde ich die Unerfahrenen sehen. Der Beratungsaufwand steigt, und das geht schon bei grundlegenden Begrifflichkeiten und Prinzipien los. Das Positive daran: Es erdet und rückt die Designerwelt wieder ins Lot. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es auch gleichzeitig Kunden mit kleinem Budget sind. Leidenschaft und Durchatmen hilft. Weiterlesen »
Merk-würdiges.
Designlösungen, die einfach und funktional sind, weil sie das Ergebnis einer tiefen Auseinandersetzung mit einer Fragestellung sind. Kreative Leistungen, die im besten Sinne des Wortes radikal sind, weil sie an der Wurzel ansetzen.
Ein wunderbares Beispiel aus dem Bereich Produktdesign ist der Hippo Water Roller, des südafrikanischen Designers Grant Gibbs. Er entwickelte einen Wassertransporter, der sich rollen lässt und so fünfmal mehr Wasser transportieren kann als die herkömmlichen Behälter. (www.hipporoller.org/tags/grant-gibbs.html)
Freundlich, gewissenhaft, defensiv.
Denn schwierige Kunden fordern mich nicht nur heraus – sie fördern auch mein Sicherheitsdenken. Weiterlesen »
McLuhan behauptete, dass das Medium die Umwelt verändere. Aber verändert nicht die Umwelt auch das Medium? In Zeiten der Globalisierung und Multikulturalisierung fließen Informationen schneller, Landesgrenzen verschwimmen, aber auch kulturelle Grenzen werden überwunden. Länder und Kulturen unterliegen einem beständigen Austausch.
Wie kommunizieren wir interkulturell? Verändert sich unser Denken und Handeln durch Integration »fremder« kultureller Codes wie z. B. fremder Zeichensysteme? Sicher ist: Wir kommunizieren heute schneller und verstehen es, immer leichter in »fremde« Kulturen einzutauchen. Oft sind wir erstaunt, wie alles zusammen hängt: Informationen beeinflussen das Denken, Denken beeinflusst Sprache, Sprache beeinflusst Schrift, usw. … So gesehen gibt es kaum noch geschlossene kulturelle Systeme. Wir leben in einer ständigen Wechselwirkung zwischen eigener und fremder Kultur, beobachten Entwicklungen und stehen ihnen manchmal auch kritisch gegenüber. Weiterlesen »
Meine beste Entspannungsmethode ist reichlich unglamourös – statt mir ayurvedische Wellnessbehandlungen und Yogastunden zu gönnen, gehe ich in ein ziemlich uriges Neuköllner Kurbad. Weiterlesen »
Die Zeitung der Zukunft wird immer wieder anders aussehen.
Je nachdem, wozu die Technik gerade in der Lage ist.
Wenn ich spontan an die Zeitung der Zukunft denke, fällt mir die Tageszeitung aus Harry Potter ein: der Daily Prophet. Was mich daran fasziniert, ist die Kombination aus Papier und Bewegtbild. Wo konventionelle Zeitungen Fotos haben, hat der Daily Prophet Videos. Natürlich in 3D, HD, USW. Auf Zeitungspapier sieht das Ganze unwiderstehlich lässig und simpel aus.
Nicht ganz so futuristisch ist allerdings der Vertriebsweg: Der Daily Prophet wird morgens und abends per Eulenpost zugestellt. Da erwarte ich mir von der Zeitung der Zukunft schon etwas mehr. Zum Beispiel aktuelle Eilmeldungen, wenn etwas besonders Wichtiges passiert. Bei der Tagesschau ipad App etwa funktioniert dieses Prinzip schon ziemlich gut. Was dagegen gar nicht mehr funktionieren dürfte, ist der gute alte Redaktionsschluss. Der darf nun endlich in Rente gehen. Denn mit zunehmender Digitalisierung der Zeitung (an Magie glaube ich eher weniger) wird es rund um die Uhr Updates geben. Zu allen Rubriken, die der Leser sich individuell zusammengestellt hat. Weiterlesen »
Normalerweise sollte ich hier wohl etwas Kluges schreiben wie: »Schwierige Kunden gibt es nicht. Alles eine Frage der Einstellung«, oder »ich empfinde jeden schwierigen Kunden als eine neue Herausforderung«. Aber das stimmt einfach nicht. Ich könnte sicherlich einen ganzen Blog mit Geschichten zum Thema füllen, versuche mich hier aber auf ein paar Aspekte zu beschränken.
Also erstmal sind die meisten der Kunden mit denen ich bisher zu tun hatte glücklicherweise sehr umgänglich und fördern eine gute Kooperation. Sollte da mal einer schwierig sein, kommt es darauf an, wie sich das bemerkbar macht und wie schwer das ausgeprägt ist. Wenn wir bei den gängigen Kundenproblemen bleiben, gibt es einige hier überspitzt skizzierte Klassiker, die mir und auch vielen anderen Designern immer wieder über den Weg laufen: Weiterlesen »
Das Verlagshaus J. Frank | Berlin gehört zu den unabhängigen Verlagen in der Literaturlandschaft, zu den so genannten Independent-Verlagen. »Independent« ist einerseits als Art Label zu verstehen: Es steht für Verlage wie uns, die weder zu einer Verlagsgruppe gehören, noch durch Institutionen oder anderweitig gefördert werden. Andererseits beschreibt »Independent«, wie unser Verlag auf allen Ebenen arbeitet. In erster Linie bedeutet »Independent« für unseren Verlag eine unabhängige Programmgestaltung und Profilbildung. Die Entscheidung, ein Buch zu veröffentlichen, ist nicht beeinflusst von Erwägungen, die außerhalb des jeweiligen Textes liegen. Wir veröffentlichen Gegenwartsliteratur: Literatur, in der eine einzigartige Stimme spricht, Literatur, die einen hohen Anspruch erhebt – an sich und an die Leser -, eine Literatur, die das Eros der Sprache vertritt, eine Literatur, die verändern möchte. Andere Kriterien werden nicht angesetzt. Auch wenn ökonomische Erwägungen für keinen Betrieb zu vernachlässigen sind, lassen wir uns in unserer Programmgestaltung nicht von solchen beeinflussen. Das bedeutet auch, Trends zu ignorieren, und statt auf die Bedienung von Lesegewohnheiten auf die Veränderung zu setzen. Weiterlesen »
Ich unterscheide beim Entspannen drei verschiedene Entspannungsformen:
1// Der kurze Verschnaufer (oft)
Der kurze Verschnaufer kann jederzeit passieren. Beim Mittagessen, beim E-Mails lesen, auf dem Weg zur Arbeit. Er ist quasi die kleine Pause, die immer wieder zwischendurch das Hirn und vor allem den Puls mal runter kommen lässt.
2// Der große Verschnaufer (zwischendurch)
Der große Verschnaufer ist schwieriger, weil er mehr Zeit braucht um zu wirken. Das kann die lange Kaffeepause am Wochenende sein, der Kinobesuch oder einen trinken gehen mit Freunden. Es kann beim Auflegen passieren, beim Sport oder ich schlafe einfach mal länger. Der große Verschnaufer erfordert eine gute Planung und ist selten ein spontaner Entschluss.
3// Der große Feger (regelmäßig)
der große Feger tut das, was der Name schon prophezeit. Er fegt das Hirn, mistet alles aus, was sich an Restschrott angesammelt hat und für schlechte Stimmung sorgt. Er reinigt die Reste, die man als noch wichtig erachtet, obwohl sie längst abgeschlossen sind. Der große Feger funktioniert erst ab zehn Tagen und bedeutet Urlaub. Der völlige Entzug von allem Digitalen, das einen ablenkt und den großen Feger wieder zum kleinen Verschnaufer verkommen lässt. Der große Feger bedeutet viel Planung und sorgfältige Vorbereitung wo er ausgelebt werden soll.
So banal es klingt, sollte sich alle drei Entspannungsformen genau in dieser Reihenfolge wiederholen. Zu viel nur von einer bringt mich aus dem Gleichgewicht und sorgt für Unmut.
Frage: le
Ich glaube, ich weiss gar keinen Tipp ausschließlich für Kreative, sondern eher für alle. Denn wenn man etwas will, dann sollte man sich auch zu 100% dafür einsetzen. Wer das macht, der findet automatisch seinen weg. Man muss es nur wirklich wollen. Dann klappt es. Begeisterung für etwas hat eine Wahnsinnskraft. Wenn einem jemand derart motiviertes begegnet, dann kommt man normalerweise nicht an dieser Person vorbei.
Frage: Patrick
Ich hoffe aus Papier. Versteht mich nicht falsch: ich les gern auf dem iPad – das ist aktuell auf die Minute, ich habe verschiedenste internationale Medien immer dabei, multimedial aufbereitet und querverlinkt; besser geht’s nicht.
Und dann wieder, heut morgen erst: ich klicke auf einen Link zu süddeutsche.de und bekomme die Meldung »Seite kann nicht angezeigt werden, weil der Server nicht gefunden wurde«. Reloaden hilft auch nicht, also weiter zu Spiegel.de: das Flaggschiff des deutschen Journalismus kann seit geraumer Zeit hinsichtlich Grammatik-, Stil- und Rechtschreibfehlern mit Neuntklässler-Schulaufsätzen konkurrieren. Online kann man ja alles korrigieren. Gestern erst wurde das Restaurant von Ferran Adrià »Elbulli« genannt, heute heisst’s im selben Artikel korrekt und kommentarlos »El Bulli«. In diesem Fall nicht schlimm – aber mein Vertrauen in die Berichterstattung hebt es nicht gerade, wenn es möglich ist, daß die Aussage eines Artikels sich von gesten auf heute ändert. Weiterlesen »